Theatertext

else (someone)

von Carina Sophie Eberle

Theatertext für alle ab 15 Jahren

Else in Ferien. Endlich! Denn zu Hause bei ihren Eltern flogen in letzter Zeit zu viele Teller gegen die Wände. Nun sitzt sie mit ihren Freund:innen Cissy und Paul am Bergsee vor dem alten Schlosshotel von Cissys Patentante. Ping Pong und Plitsch Platsch vor zuckersüßer Märchenkulisse. Else flirtet mit Paul, Else flirtet mit sich selbst, Else trinkt Erdbeerlimo. Die Welt ist lecker, die Zukunft ein einziges Versprechen! 

Doch da steht plötzlich Dorsday, der alte Freund ihres Vaters, vor ihrem Liegestuhl. So ein Zufall. Das findet auch Elses Mutter. Denn die finanziellen Nöte spitzen sich zu. Vielleicht kann der schwerreiche Dorsday helfen? Ja klar, kann er. Unbedeutende Fußnote: Elsie, die Kleine, die er doch schon vom Wickeltisch kennt, ist so süß. Die würde er zu gerne einmal ohne ihren Bikini sehen. Würden ja wohl alle. Und es ist letztlich doch nichts dabei. Oder?

Eine junge Frau erlebt sexuelle Belästigung. Nichts Neues. Trotz Emanzipation erfährt Else auch ein Jahrhundert nach Arthur Schnitzlers Erzählung „Fräulein Else“ noch immer die Banalität der Belästigung als Kehrseite der gängigen Vorstellungen von weiblicher Attraktivität: hübsch, lächelnd, passiv, Prinzessin. Wo fängt Belästigung an, wo hört sie auf? Was macht jemanden zum „Opfer“? Die Belästigung, das Sprechen darüber oder die öffentliche Wahrnehmung? Kann man Mädchen und Mensch zugleich sein? Else ist überzeugt: Yes, you can!

Kann als Monolog oder mit mehreren Spieler:innen besetzt werden

Aufführungsrechte: Verlag der Autoren / Frankfurt am Main

Der Text entstand im Frühjahr 2021 gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der Corona-Hilfen des Landes NRW